Unser Trainingslager in Schweden

Auch in diesem Jahr haben sich wieder Si-Fu und Schüler auf den Weg gemacht ins außerhannoversche Trainingslager. Es ging als Pilotprojekt erstmals nach Schweden: Ein kleines Team machte sich auf, um zu erkunden, ob dieser Ort auch für größere Trainingsgruppen geeignet wäre. Ohne feste Unterkunft, also einfach in die freie Natur mit Zelt und einer Menge Vorfreude.

Was sich zunächst als Ersatzlösung für die jährliche Dänemark Tour darstellte, entpuppte sich als echter Volltreffer.

Anfängliche Zweifel bezüglich des Wetters zu dieser Jahreszeit zerstreute die schwedische Sonne pünktlich zu Si-Fu´s Ankunft.

Drei Schüler Roland, der Hobby-Wanderer, Sylvester (5-Sterne-Hotel Silli) und Ralf (später nur noch Mutti genannt) waren mit dem Auto bereits einen Tag früher im verregneten Schweden angekommen und schlugen das ersten Nachtlager am Treffpunkt von „scandtrack“ auf.

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Sylvester, der sich sonst in 5-Sterne-Hotels ausreichend versorgt fühlte, zog sich aufgrund zweier Zeltdefekte ins Auto zurück und zeigte dann nach dem Aufstehen leichte Verstimmungssymptome. Das waren aber dann auch die letzten der Reise.

Roland und Sylvester holten dann Si-Fu vom Osloer Flughafen ab und die eigentliche Reise konnte bei strahlender Sonne und angenehmen 20 Grad beginnen.

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Wir bekamen unsere Verpflegungspakete in blauen, wasserdichten Regentonnen, Werkzeuge wie Axt, Spaten und Säge, Spirituskocher. Eigentlich genug für die ganze Woche, aber dank Sylvester’s Organisationstalent gab’s zusätzliche acht Dosen Hackbraten. Das sollte reichen! Wir bekamen die Kanus zugeteilt, bepackten diese mit unserer Ausrüstung und los ging es in Zweier-Teams.

Ob wir Erfahrung mit Kanu fahren haben, fragte uns niemand, aber irgendwie bereits vom Abenteuervirus verschnupft, hätte wohl auch keiner zugegeben, dass uns selbige fehlte. Wir wollten los!!!

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In Schweden gilt das Jedermann-recht. Das heißt, wir konnten von Lennartsfors startend einen von vielen  traumhaften, ca. 10 km langen und zwischen 500 m und zwei km breiten See befahren und überall zelten, wo wir wollten.

 

Die Fahrt zur ersten Insel war dann auch gleich ein echter Härtetest. Anfangs hatten Roland und ich deutliche Tempovorteile gegenüber Si-Fu und Sylvester. Es setzte sich halt die größere Lebenserfahrung der beiden Opas in Führung. Allerdings glichen Si-Fu und Silvester ihre Unerfahrenheit nach einigen Stunden durch Kampfkraft und Auffassungsgabe aus, sodass bald kein Leistungsunterschied mehr erkennbar war. Wir kamen endlich voran!

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Bei Windstärke 5-6 hat auch ein Binnensee anständige Wellen. Das durften dann auch Roland und Sylvester ausbaden. Beide saßen vorn und vorn ist´s halt nasser. Si-Fu und ich haben das nicht gewusst. Ehrlich! Gegen den Wind ankämpfend erreichten wir dann nach ca. drei Stunden unsere erste Übernachtungsinsel und schlugen unsere Zelte auf. Die Rollen waren ganz automatisch und ohne Absprache vergeben. Ich riss die Küche an mich, getrieben vom Eigeninteresse lecker satt zu werden.

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Sylvester, Roland und Si-Fu sorgten für Brennholz mit Säge und Axt. Feuer machen ohne Feuerzeug und Streichhölzer war abgesprochene Sache und klappte, dank unserer guten in Hannovers Campingläden zusammengekauften Ausrüstung, sehr gut.

Hoch motiviert warfen wir unsere beiden Angeln aus, voll ausgestattet von Si-Fu´s Nachbarn (Ein künstlicher Wurm! Im Nachgang würde ich ihn Norbert nennen, denn er „lebt“ noch) und dem Angelshop in Altwarmbüchen sollten wir bald den ersten Barsch auf dem Grill haben. Schwedens Fischreichtum sei Dank.

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Leider haben wir unsere ersten Angelbemühungen nach einer Stunde erfolglos eingestellt. Morgen war ja auch noch ein Tag und alle hatten Hunger. Also gab´s ein schönes Feuer von Si-Fu und Roland. Entzündet ohne moderne Hilfsmittel wie etwa Feuerzeuge, oder etwa Streichhölzer. So was brauchte von uns keiner. Wir waren bereits eins mit der Natur.

Sylvester sorgte mit seinem riesengroßen Messer bekannt aus Rambo 3 für ausreichend Holz. Es schien unserem 5-Sterne-Silli bereits am ersten Tag Spaß zu machen sich im Wald aufzuhalten, ohne Aussicht auf ausreichend Buffet und Chiccas und ein Bett mit Dach drüber. Hauptsache es war genug Strom im Akku des Handys. Dazu später mehr.

Wir suchten uns einen Platz am Ufer zum Trainieren. Den fanden wir auch. Umgeben von Bäumen am Ufer einer Insel mit vielleicht 100 m Durchmesser haben wir unser erstes Training in Schweden genossen.

Diese Trainings werden jedem von uns in dauernder Erinnerung bleiben. Ein Traum von Ruhe und Harmonie machen diese zu Trainingserlebnissen der besonderen Art. Zwei Stunden wirkten wie ein kurzer Moment und schon war es wieder vorbei. Nicht so der Muskelkater am nächsten Tag.

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Lange Weile kam einfach nie auf. Wir hatten den ganzen Tag mit TAWT, Essen machen, tauschen von Lebensmitteln mit anderen vorbei paddelnden Reisenden, zu tun. Unser Nutella gegen den wohl schlechtesten Pulverkaffee der Welt und später mit den gleichen Studenten nochmal eine Flasche Spiritus für Hackbraten (Sylvester sei Dank).

Und dann gab es ja auch noch „Nachtisch“ eine Stunde TA Waffen mit selbst geschnitzten Kiefernstöckern. Etwas schwer zwar aber ungemein Unterarmmuskelaufbaufördernd. Wie überhaupt das ganze Trainingslager einen von allen genossenen Ganzkörpermuskelkater nach sich zog.

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Jeden Tag wo anders hatten wir uns vorgenommen. Nach der ersten Nacht im Freien sind wir mit der Sonne aufgestanden und machten uns, unseren selbst bestimmten Aufgaben gemäß ans Frühstück. Wanderlust und Tatendrang ließen uns die Sachen packen und auf ging es zur nächsten Lagerstätte. Der Wind hatte merklich nachgelassen und diesmal kamen wir sehr gut vorwärts. Viele Menschen haben wir unterwegs nicht getroffen. Unsere Tauschstudenten gleich zwei mal und sonst lediglich in der Ferne mal ein paar Boote.

Aber wenn du nach ein paar Tagen denkst: „Oh wie schön weit weg ist der Ballermann“  wirst du des Abends des besseren belehrt. Da sich der Schall übers Wasser hervorragend ausbreitet, war dann doch ein deutliches: „Uga, uga, wir saufen bis Morgen früh“ Gelage aus der Ferne zu vernehmen. Glücklicherweise nur einen Abend. Dann herrschte wieder die unglaubliche Ruhe Schwedens.

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Am zweiten Lagerplatz angekommen entstand in erstaunlicher Routine unser Lager.

Selbst 5-Sterne-Silli hatte kaum noch Fachfragen was den Aufbau der Gemächer betraf.

 

Er referierte inzwischen unterhaltsame Themen:

Baumarten und wie sie am besten mit Rambo´s Messer flachzulegen wären, Hasenjagd mit Axt oder Entenverfolgung wichen Themen wie: Türkei Urlaub mit 5 Sterne Buffet und trinkbarem Kaffee.

Ja wenn da nicht der Ladestaus seines Handys gewesen wäre. Unter 50 % wird der Städter dann schon mal nervös und sorgt sich um die Verbindung zur Außenwelt. Eigentlich wollten wir alle, zu Hause tönend, das Handy im Auto lassen, aber plötzlich hielt diesen Vorsatz keiner mehr für erwähnenswert. Was solls.

Einzig Roland hatte noch einen zu halten. Einen Vorsatz. Er übergab seinen Tabak am ersten Tag der Öffentlichkeit und raucht bis heute nicht. Wahrscheinlich! (Herzlichen Glückwunsch! Die Red.)

Trotz unserer guten Ausrüstung kam es dann doch zur einen oder anderen Materialschwäche.

 

Si-Fu´s Luftmatratze war das erste Opfer. Das macht auf dem Waldboden liegend über Nacht Rücken. Ja wenn da nicht Sylvester gewesen wäre. Er bot Si-Fu völlig selbstlos seine 100€ 5 Sterne Silli Thermarest Matratze an. Dieser nahm, kurz zögernd dankend an und gab den Gefallen postwendend in Form von Strom aus den mitgeführten Akkupacks zurück.

Silli´s Draht zur Außenwelt würde nicht reißen.

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Roland machte indes seinem Ruf als Wanderer Ehre und kam von einem Spaziergang mit einer Schale (na,ja. Der Boden war fast bedeckt) Blaubeeren wieder was mich zu einem Blaubeerpfandkuchen inspirierte. Allerdings hatte dieser irgendwie keinen inneren halt und zerriss zum Kaiserschmarrn und sah dann auch später aus wie „Moppelkotze“ aus der Pfanne. Wenn wir nicht gewusst hätten was drin ist, hätten wir losen müssen wer den ersten bissen nimmt und stirbt, aber es war echt lecker. Allen schmeckte es und mir rutschte ein „das hat die Mutti aber fein gekocht“ raus. Also wenn sich jemand wundert warum alle gelegentlich „Mutti“ zu mir sagen. Deswegen.

Rolands Eifer brach dann auch nicht ab und er machte sich daran Feuerholz zu sägen. Da sich dieser Vorgang zu einer echten Quälerei entwickelte, mangels Technik, entschloss ich mich zu „helfen“ und setze mich mit einem Kaffee in der Hand auf den Stamm und gab hilfreiche Tip´s zur Holzbearbeitung. Leicht gereizt, aber immer noch gefasst arbeitete sich Roland durch den Stamm bis zum Ende. Endlich hatten wir Holz. Meine Bemerkungen würde er mir gutschreiben und mir im Training erklären wie er das meine, sprach Roland. Ich solle lieber mal einen Fisch anschleppen. Unsere erste liebevolle Unstimmigkeit. Deren folgten noch einige. Bemerkungen über die Ordnungssituation in der Küche kontere ich mir dem Zustand des Geschirrs, oder mangelnder Paddelbereitschaft Roland´s. So haben wir uns die Woche über herrlich gestritten. Was Si-Fu und Silvester zu einem Vergleich mit Waldorf und Stattler aus der Muppet Show hinriss.

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Kurzum: Wir hatten viel Spaß, alle fünf Minuten einen Lacher und wie immer ein erstklassiges Training in traumhafter Atmosphäre.

Sollte sich der aufmerksame Leser nun wundern, warum wir nichts vom guten Geschmack der schwedischen Fische zu lesen war, dann liegt das daran, dass wir in diesem…………. piiieeeeeep, Gewässer in……. zensiert, verdammt noch, piiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep, nicht einen, piiiiiiiieeeeeeeeeep Fisch gefangen haben. Trotz Si-Fu´s Nachbars, auf den geht der Barsch todsicher, Wurm Norbert.

Dieser steht nun im Guinessbuch als sauberster, künstlicher Wurm der Welt.

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Aber selbst diesen Misserfolg konnten wir nicht als solchen werten, denn auch hier gab´s nur Gewinner. Wir haben unsere Angelwurftechnik verbessern können. Kein Fisch ist gestorben. Norbert hatte einen stressfreien Schweden Urlaub und eines ist sicher:

 

Wir kommen wieder in diese schöne Gegend mit alten und neuen feinen Leuten und werden wieder viel Spaß haben und viel lernen.

TA WingTsun und TA Waffen von Si-Fu und von der Natur vielleicht, dass wir alle etwas besser damit umgehen, damit unsere Kinder auch noch was davon haben.

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